StrandBlick Mai 2026
18 StrandBlick Mai | 2026 Timmendorfer Strand „Ich mach‘ mein Ding!“ - Udo wird achtzig Seine Songs sind melancholisch bis dynamisch, von der Ballade bis zum „animalischen Rock“. Ebenso vielseitig zeigt sich der Musiker als Künstler. In Timmendorfer Strand finden die Fans eine richtige Udo Lindenberg-Galerie mit den jüngsten Gemälden - kreativ, voller Witz und Schwung. Jetzt feiert Udo seinen 80. Geburtstag, und die Fans lassen’s krachen. Nicht nur in Hamburg, auch an der Ostsee wird er richtig gefei- ert. Nach etlichen Jahren und Generalproben imMaritim See- hotel gehört er zu Timmendor- fer Strand wie Sonne, Meer und Seebrücke. Hier hat man ihm auch schon ein Denkmal ge- setzt: seit 2012 bewundern Tim- mendorfer Gäste die einzigar- tige Doppelskulptur auf dem Seebrücken-Vorplatz, entwor- fen und gebaut von Dieter Portugall nach einem Foto von Udos Lebensgefährtin Tine Acke. „Horizont“ heißt das Meisterwerk, genau wie der Song, den er 1986 mit Blick aus sei- nem Maritim-Fenster aufs Meer geschrieben hat. Damals war seine Wegbegleiterin und Privatsekretärin Gabi Blitz plötzlich gestorben. Ihr widmete er die Ballade („ein Paar wie Blitz und Donner“) deren Titel für eisernen Opti- mismus spricht: „Hinter dem Horizont geht’s weiter“. Tatsächlich gab es in seinem Leben so einige Situationen, die er mit Mut und Hoffnung ge- meistert hat. Nur ein paar Zeit- genossen erinnern sich an den jungen Sänger, der 1968 als Tramper nach Hamburg kam und dort bei den „City Prayers“ trommelte (mit Inga Rumpf). Einer davon ist der Schriftsteller Benjamin Stuckrad-Barre. „Stuckiman“, wie ihn der alte Kumpel Udo nennt, hat in sei- nem Buch „Udo Fröhliche“ so Einiges be- schrieben, was die Leute noch nicht kennen. So erzählt er von Udos Jugend, in der er schon früh in Bands mitspielte - und dann gab’s im- mer ein Schnäpschen oder Likörchen. So ging es auch in Hamburg weiter. Es war die wilde Zeit der Kneipen, Discos, der Partys mit Alko- hol und Promille. Udo war mittendrin. „Das Saufen kurierte das Lampenfieber, und als es richtig losging mit Udos Karriere war es eines der Eignungskriterien des Panikorchesters“, schreibt Stuckrad-Barre. Ende der 80er Jahre trank Udo mehr als je zuvor,. Dann gab es eine längere Pause. Als er wieder nüchtern war, stand Udo erst einmal vor den Scherben seiner Karriere. Aber er raffte sich noch mal auf und verarbeitete die Alk-Jahre mit neuen Songs. Dazu gehörte u.a. „Nasses Gold“, in dem er seine ebenso konstruktive wie destruktive Liebe beschreibt: „Wahnsinn und Genie/hat er oft gedacht/was für’n schö- nes Paar/besonders an der Bar.“ Seine Fans waren begeistert: „Udo ist wieder da!“ - Im typischen Outfit mit Hut und Son- nenbrille eroberte er die nächste Generation und schließlich auch die Hitparaden „wie ein Komet/ der zweimal aufschlägt“. Herzlichen Glückwunsch, Udo, und mach wei- ter Dein Ding! Die Fans freuen sich drauf. Auftakt zur Tour: Generalprobe im „Maritim Seehotel“ - Tradition und Highlight für viele Fans Udo in der Galerie Walentowski: Galerie-Leiterin Stephanie Göseke zeigt uns eines der typischen Werke, und hier findet man noch viel mehr! Schampus zur Premiere: Eddy Kante, Inge Lindenberg, Neffe Marvin, Steffi Stephan, Udo Lindenberg, Double Thomas Richter (v.l.) vor „Horizont“ Ein großer Tag für Timmendorfer Strand: Die Udo-Skulptur „Horizont“ vor der Seebrücke wurde im April 2012 eingeweiht.
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