StrandBlick Juli 2026
54 StrandBlick Juli | 2026 Bad Schwartau Starke Demo in Bad Schwartau: 450 dabei! Bad Schwartau gilt als beschauliche Kleinstadt mit vielen verlockenden Freizeit-Angeboten - idyllisch gelegenen Wellness-Hotels, Wälder mit altem Baumbestand, ein wunderschöner Kurpark und eine ruhige, entspannte Atmosphäre. „Das ist bald vorbei“, fürchten die Einwohner. Ein Teil soll der „Hinterlandanbindung“ zur Fehmarnbelt-Querung zum Opfer fallen. Die Bahn verfolgt ihre Pläne, die Menschen protestieren und fürchten um ihre Lebensqualität. Es rasselt in den Gassen: Menschen strömen durch die Stadt, mit lautem Protest und spe- ziellen Holzrasseln, die man nicht überhören kann. Es geht um das Ganze, um das Leben und die Lebensqualität in Bad Schwartau. Hier, in dem gemütlichen Städtchen nahe der Ostsee, will die Bahn eine neue Schienenan- bindung zur Festen Fehmarnbelt-Querung in- stallieren - und die zieht sich laut Planung quer durch die Stadt und sogar durch die Wälder. Dafür sollen uralte Bäume weichen, und die Idylle wäre nur noch Geschichte. Die Angst ist groß. „Bad Schwartau wird ster- ben,wenn die Bahn das durchzieht“, mahnt Volker Haverkamp, Sprecher der Bürgerinitia- tive Kaltenhof. Viele Bürger nicken zustim- mend. Was die Bahn vorhat, klingt nicht gut Vorgesehen ist ein Schienenausbau quer durch die Stadt. .Dabei wird die Infrastruktur erheblich verändert. Laut Planung entsteht eine neue Straße, ein drittes, 630 m langes Ausweichgleis in Höhe Bahnhof, eine neue Brücke, rund acht Meter hohe Lärmschutz- wände, ein 3,2 Meter tiefer Absenktrog zwi- schen A1-Unterführung und der Schwartau und schließlich eine Fußgängerbrücke und eine Unterführung mit barrierefreien Rampen „Dafür soll der Wald in großen Teilen gerodet werden“, sagt Haverkamp. Es trifft die Wälder Kuhholz, und Mönchkamp. Beliebte Ausflugs- gebiete mit bewundernswert großen Bäumen - zum, Teil 200 Jahre alt. „Das wäre die größte vorsätzliche Waldvernichtung in Schleswig- Holstein“, sagt Haverkamp. Die Reaktion der Menschen spricht eine klare Sprache: sie protestieren, sie demonstrieren, angesichts der Änderungen, die auf ihre Stadt zukommen sollen. Besonders hart wird es wohl während der Bauzeit: Vier Jahre lang drohen „Verkehrs- chaos und Stillstand“ , auch durch Sperrung der Bahnstrecke Lübeck-Kiel. Da soll ein Schienenersatzverkehr helfen. Aber, ob das klappt? Die Erfahrung mit deutschen Groß- projekten verspricht nichts Gutes. Es bleibt nur die Hoffnung auf ein besseres Konzept. Die Demo Teilnehmer*innen machen mit eigenen Schildern ihre Anliegen deutlich Dicht an dicht strömen die Menschen durch Bad Schwartau, und verteidigen ihren Lebensraum Kurze Pause und dennoch in Aktion: Zwei Frauen zeigen ihre „Protest-Rasseln“ „Wir sind die Opfer der FFBQ“ lautet die Aussage - und damit spricht er vielen aus der Seele Quer durch Bad Schwartau führt der Weg. Rund 450 Demonstranten sind dabei. Handrasseln, lauter Protest und ein wenig Hoffnung: Demonstranten auf den Straßen Klare Aussage - wenig Reaktion: trotz beeindruckender Demos der Bevölkerung bleibt Bad Schwartau von den massiven Folgen der Belttunnel-Anbindung bedroht
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