StrandBlick September 2026
Neustadt 51 StrandBlick September | 2026 Helge Jörgensen ist neuer Pastor in Neustadt „Kirche hat sich schon immer verändert“, sagt er - und mit ihm wird es in Neustadt einige Änderungen geben. Helge Jörgensen gehört ab dem 1. September zum Pastorenteam der Kirchengemeinde Neustadt. Der 37jährige wird beim Erntedankfest am 4. Oktober offiziell in sein Amt eingeführt und will mit mutigen Schritten in die Zukunft gehen. Helge Jörgensen wuchs in Bad Schwartau auf, wo auch noch seine Eltern und Geschwister leben, und zog zum Theologiestudium nach Münster. Er tat es damals noch ohne den fe- sten Vorsatz, Pastor zu werden. „Studieren war für mich tatsächlich eine Horizonterweite- rung“, erinnert er sich. In Münster lernte er seine aus Minden stammende Frau Susann kennen, mit der er inzwischen drei Kinder hat; ein Familienhund gehört auch dazu. Nach einem Auslandssemester in Kopenha- gen ging es nach Greifswald, wo Jörgensen sein Examen machte. Die Entscheidung für den Norden fiel, „weil ich meine Frau vom Le- ben am Strand ein bisschen begeistern konnte“, wie er sagt. Auch sein Vikariat ab- solvierte er – übrigens zusammen mit Alten- krempes Pastor Friedemann Holmer – imVor- pommerschen. Nach einer Zwischenstation in Dithmarschen ging es zurück, zunächst in eine kleine Gemeinde bei Anklam und schließlich auf seine erste Pfarrstelle in dieser kleinen Stadt an der Peene nahe Usedom. Drei Jahre blieb die Familie dort. Allerdings ist es von Anklam nach Bad Schwartau recht weit und erst recht nach Minden. Sich da noch einmal neu zu orientieren, um die Eltern häu- figer sehen zu können, lag nahe. Neustadt sei sowohl geografisch wie auch inhaltlich des- halb ein Volltreffer, sagt Helge Jörgensen. Eine Gemeinde, die sich öffnen und neu ori- entieren will, das sei „eine tolle Situation, um neu anzufangen“. Denn der Pastor ist sich si- cher, „dass wir nichts davon haben, wenn wir Kirche als Traditionsverein in Abwicklung be- greifen. Die Institution Kirche merkt immer deutlicher, dass ein Innovationsdruck da ist.“ Es sei „nicht schlecht, neu über verschiedene Konstellationen nachzudenken, denn das muss nichts Schlechtes sein. Aber natürlich kenne ich die Sorgen und die Nöte, und das verstehe ich“, sagt er. Kirche als Institution habe sich aber schon im- mer verändert. „Das trifft auch auf unsere Zeit zu. Insofern habe ich keine Angst davor, son- dern glaube, dass man es als Chance begrei- fen kann und gut gestalten muss.“ Die wichtigste Frage ist für Jörgensen, was Kirche inhaltlich will. „Man könnte sagen, Kir- che ist ein Ort gelebten Glaubens und somit der Hoffnung. Und als solcher ist er momen- tan in unserer Gesellschaft ein unheimlich wichtiger Ort.“ Und weil Hoffnung und Zu- kunft zusammengehören, da ist sich der Theologe sicher, „kann man vielleicht ein klei- nes bisschen mutiger die Schritte setzen und muss nicht bei jedem Schritt Angst haben, dass man verliert. Ich glaube, man darf Ver- trauen haben, dass die Schritte gewinnbrin- gend sind.“ Helge Jörgensen ist neuer Pastor in Neustadt und wird am 4. Oktober in sein Amt eingeführt. Erinnerungen Sharon Dodua Otoo liest in Neustadt über Erinnerung, Traumata und die Frage nach Verantwortung. Am 8. September um 19.00 Uhr stellt die Au- torin in der Stadtbücherei Neustadt, Wasch- grabenallee 7, ihren Roman „ So, in etwa, ist es geschehen “ vor. Das Buch erzählt von Amata, deren Großvater den Untergang der Cap Arcona am 3. Mai 1945 nur knapp überlebte. Auf ei- ner Autofahrt an die Ostsee zum Jahrestag der Ka- tastrophe bricht tief sitzender, über Generationen ver- erbter Schmerz der Katastrophe Bahn. Otoo ver- webt historische Traumata mit Fra- gen des Umgangs mit historischer Verant- wortung. So entsteht ein vielschichtiger Blick darauf, wie persönliche und gesellschaftliche Erinnerungen weiterwirken und wie sich dar- aus Fragen nach Verantwortung ergeben. Im Anschluss an die Lesung besteht Gelegenheit zum Publikumsgespräch und zum gemein- samen Austausch.
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