StrandBlick August 2026
Travemünde 43 StrandBlick August | 2026 Anja Es: Ein KUNSTvolles Leben Anzeige Die Steilküste, der Strand, der Leuchtturm, die Passat oder die Vorderreihe. Wer Travemünde entdecken will, sollte die Alte Vogtei mit auf seiner Bucket-List haben. Das historische Gebäude aus dem Jahr 1551 beherbergt hochwertige, zeitgenössische Kunst und eine facettenreiche Frau, die beinahe selbst ein Kunstwerk ist. Wir haben sie besucht. Strandblick: Anja Es – Sie sind Künstlerin, Ga- leristin, Autorin. Das ist viel für eine Person. Wie setzen Sie Ihre Prioritäten? Anja Es: Stimmt, es ist viel, wenn man es als drei Berufe betrachtet. Aber ich lebe für, mit und von der Kunst und trenne nicht zwischen Job und Privatleben. Kunst ist einfach mein Leben. Die Priorität ergibt sich aus dem aktu- ellen Bedarf. Wenn es für die Galerie viel zu tun gibt, male und schreibe ich weniger, in ruhigeren Zeiten habe ich dann Raum für kreatives Schaffen. Strandblick: Was genau schaffen Sie denn und wo kann man das sehen? Anja Es: Wenn ich male, arbeite ich überwie- gend an der Fortentwicklung meiner Bildse- rien. Die Erfolgreichste ist „La Gonzesse – die Schlampen“ - lebensgroße Portraits von Men- schen aus den Revuetheatern der 20er Jahre. Über 200 davon habe ich in den letzten 25 Jahren bereits inWelt gebracht, und sie haben inzwischen oft eine dauerhafte Bleibe bei Sammlerinnen und Liebhabern oder in Thea- tern, Hotels oder Bars gefunden. Da die Bilder aber auch Bestandteil meiner „Schlampen- Performances“ sind, muss ich immer einen gewissen Bestand halten. Außerdem brauche ich für den „Schlampen-Kalender“ oder den „Schlampen-Likör“ jeweils neue Motive. Am Ende des Jahres dürfen „die Neuen“ dann in meine Ausstellung. Dazwischen male ich auch mal Herren und Damen-Portraits in diesem Stil. Offenbar gibt es doch einige Leute, die Lust haben, sich mit einem kleinen Augenzwin- kern glamourös in Öl auf Leinwand zu sehen. Strandblick: Und zwischendurch schreiben Sie auch noch? Anja Es: Ja, das geht aber nur, weil ich eine wunderbare Galerie-Assistentin habe, die mich so vertritt dass ich nicht jeden Tag selbst da sein muss. Seit sieben Jahren schreibe ich für das „Kunst-Bookazine stayinart“, ein ziem- lich edles Print-medium, für das ich eine Ko- lumne sowie Fachartikel verfasse. In ruhigeren Phasen, meist im Winter, kommt manchmal noch ein kleines Buch mit Lyrik, Kurzgeschich- ten oder eine Serie mit „Schund“ zusammen. Das sind Trivialromane mit tierischer Beset- zung. Strandblick: Sie sind aber auch selbst ein Hin- gucker… Anja Es: Ich weiß, was Sie meinen. Seit mei- nem 15. Lebensjahr trage ich ausnahmslos zwei verschiedenfarbige Schuhe. Ich lebe nach demMotto „In Allem steckt das Potenzial für Kunst“. Das fängt bei der Kleidung an und hört beim Kundengespräch auf. Ich mag es, mich mit meinen KundInnen über Kunst zu unterhalten, denn Jede und Jeder hat dazu eine Meinung. Das ist immer interessant. Es kommt gar nicht darauf an, mit Fachwissen zu brillieren. Kunst hat viel mit Gefühl zu tun und Gefühle interessieren mich. Strandblick: Machen Sie auch mal Urlaub? Anja Es: Selten und wenn, imWinter. Im Som- mer muss ich nicht weg – ich wohne in einem Urlaubsort. Außerdem nutze ich die Zeit lieber für die Kunst. Dafür mache ich aber pünktlich Feierabend. Um 17.00 Uhr ist Schluss und ab 20.00 Uhr gehe ich nicht mehr ans Telefon. By the way... Es ist 16.50 Uhr… Strandblick: Danke für das Gespräch. Jeder Winkel, im Raum begeistert mit ausdrucks- vollem Ambiente und faszinierenden Bildern Anja Es begrüßt uns in ihrer stilvollen Galerie Hier steht Anja Es vor dem großformatigen Gemälde „Prana“ des Künstlers Rolf Ohst Urlaub zum Mitnehmen Mo-Sa. 11-17 Uhr, So. 12-17 Uhr Vorderreihe 7 - Travemünde 0173 - 58 44 171 Dieses und viele weitere, erstklassige Gemälde und Skulpturen von Sommer, Sonne, Strand und im 1. Stock der Alten Vogtei anja-es-kunst.de Besondere Momente in der Galerie: Hier treffen sich Kunstfreunde zum Schauen und Klönen
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