StrandBlick Februar 2026

36 StrandBlick Februar | 2026 Bad Schwartau Wird der Kuhholz-Wald Geschichte? Hohe alte Bäume, seltene Vögel: Der Kuhholz-Wald ist ein Ruhepol in Bad Schwartau, bekannt für Spaziergänge und als Lebensraum für Tiere. Nun soll er gerodet werden. 4500 Bäume sollen weichen, für neue Straßen, eine Gleiserweiterung und einen Lagerplatz. Der Grund ist die geplante Hinterlandanbindung, gegen die etliche Bürger massiv protestieren. Schnee auf den Wegen, ringsum nur Stille. En kühler Wintertag imWald. Eine Menschen- gruppe stapft durch den Schnee, geführt von Förster Carsten Tyubssek, Er zeigt auf die Bäume, bis zu 300 Jahre alt, und erklärt die besondere Bedeutung dieses Natur-Refugi- ums für Mensch und Tier. Die Bürgerinitiative Kaltenhof hatte zu einem Winterspaziergang eingeladen, um Interes- sierten zu zeigen, welche ökologische Kata- strophe dem Buchenwald in Bad Schwartau anbahnt. Laut Plänen der Deutschen Bahn soll der äußerst wertvolle Kuhholz-Wald mit demMönchskamp-Wald auf einer Fläche von ca. 11 ha gerodet werden - für Bahnschienen, Materiallagerung, eine neue Straße und eine Brücke. All das dient der geplanten Hinterlan- danbindung im Zuge der festen Fehmarnbelt- querung, die für etliche ökologische Schäden sorgen wird. Im Kuhholz-Wald stehen mäch- tige Buchen und Eichen, zum Teil über 300 Jahre alt. Je älter ein Baum ist, desto mehr Risse, Spalten und Höhlungen hat er. Das macht ihn interessant für Insekten, Vögel und Fledermäuse. Überall wo Totholz ist, ist auch Leben. Auf einer alten Eiche finden bis zu 500 verschiedene Arten ihr Zuhause . Förster Tybussek hat alle größeren Bäume nu- meriert und konnte zu jedem Baum die Be- sonderheiten erklären, die ihn wertvoll ma- chen. Wassertaschen und Mulmlöcher waren bisher nicht jedem Teilnehmer bekannt. „Es bricht mir das Herz, wenn ich mir vorstelle, dass diese 264 Jahre alten Baumriesen gefällt werden sollen. Die Insekten, die nicht fliegen können, werden sterben, Vögel, Fledermäuse, Frösche können entfliehen, aber wohin?" sagt Förster Tybussek. Ein großes Versäumnis ist, dass dieser Wald bisher nicht als FFH-Gebiet ausgewiesen wurde, obwohl er alle Voraussetzung dafür erfüllt. Die Bürgerinitiative und die Gemeinde Bad Schwartau kämpfen weiter dafür, dass dieser Wald erhalten bleibt und man eine alternative Streckenführung für die Güterzugtrasse finden wird. Förster Carsten Tybussek zeigt uns einen der bis zu 300 Jahre alten Bäume, die weichen sollen Swantje Gebauer von der Bürgerinitiative und Carsten Tybussek erklären das Vorhaben Die Bürger von Bad Schwartau und etliche Mitstreiter aus der Umgebung kämpfen für den Erhalt eines besonders wertvollen Waldes mit zum Teil 300 Jahre alten Eichen, vielen Habitatbäumen und der Heimat zahlreicher Rehe, Frösche, Greifvögel und Fledermäuse Fotos: Susanne Dittmann Betagte Bäume bieten Lebensraum für Insekten, seltene Käfer und heimische Vogelarten Die Bürgerinitiative Kaltenhof hatte zu einem Winterspaziergang eingeladen um zu zeigen welche ökologische Katastrophe sich in dem ca. 300 Jahre alten Buchenwald in Bad Schwartau anbahnt.

RkJQdWJsaXNoZXIy MTgxMDU=