StrandBlick Dezember 2025
46 StrandBlick Dezember | 2025 Lübeck / Travemünde Der Nikolaus kam zur Eisarsch-Regatta Ein besonderes Datum, eine besondere Herausforderung und besondere Preise: In diesem Jahr fiel die traditionelle Eisarsch-Regatta des Lübecker Yacht-Clubs auf den 6. Dezember, da kamen natürlich etliche Teilnehmende im Nikolaus-Outfit zum eiskalten Segeln im Optimisten. Sie kämpfen nicht nur um den Sieg, sondern um besondere Preise. Coole Sensation bei der Eisarsch-Regatta: Erstmals in der 57-jährigen Geschichte der Kultregatta hat eine Frau die eigenwillige Sie- gertrophäe gewonnen. Undine Höfener aus Dessau zeigte auf der Wakenitz herausra- gende Geschwindigkeit und perfekte Taktik. In der dritten von drei Runden zog sie an dem lange führenden Rekordsieger Sven Kruse aus Hamburg vorbei, baute ihren Vorsprung aus und gewann schließlich in überlegener Ma- nier. Kruse kam auf Platz zwei vor der Lübek- kerin Linn Welzel zu verteidigen, die damit den weiblichen Triumph perfekt machte.50 Jahre lang hatten es sich die Männer einfach gemacht, um ihre Eisarsch-Domäne zu ver- teidigen: Frauen waren bei dem Event, das vom LYC gegründet wurde, umMännern auch im Winter Segelspaß zu bieten, einfach nicht zugelassen. 2019 brach dann die Mauer, und seitdem drängen auch die Frauen bei dem Wettkampf von Erwachsenen in den Kinder- jollen nach vorn. Linn Welzel war schon im vergangenen Jahr dicht dran am Erfolg, musste sich vor Jahres- frist aber noch Sven Kruse bei dessem sechs- ten Sieg geschlagen geben. Jetzt war die Lübeckerin die erste Gratulantin ihrer Konkurrentin. „Das wird auch Zeit, dass eine Frau den Eisarsch gewinnt“, jubelte sie. Undine Höfener ahnte bis dahin nichts von der gebrochenen Siegesserie der Männer: „Ich hatte natürlich gehofft, dass ich vorn mit- segeln würde, aber dass es gleich mit dem Sieg klappt, ist super.“ Ein wahres Fest wurde die Siegerehrung für Undine Höfener. Sie erhielt nicht nur den „rosa Eisarsch“ als Siegerin, sondern auch die Son- derpreise als beste Frau und die Auszeich- nung als leichteste Seglerin der Regatta. Premiere auf der Wakenitz: Undine Höfener siegte als erste weibliche „Eisarsch“-Teilnehmerin Organisator Jan Stemmler (links) freut sich, dass Titelverteidiger Sven Kruse wieder dabei war Da waren sie wieder: In diesem Jahr wurde das beste Nikolaus Kostüm prämiert Die Schafe zogen ins Winterquartier Am Donnerstagmorgen, den 27. November, hat die Wanderung der Schafherde vom Dummersdorfer Ufer in ihr diesjähriges Winterquartier auf Gut Brook erfolgreich stattgefunden. 640 Tiere machten sich gemeinsam mit dem Schäferteam pünktlich um 9 Uhr vom Skandinavienkai-Hügel in Ivendorf aus auf den Weg. Nach einem gelungenen Start entlang der Ivendorfer Landstraße erreichte die Herde ge- gen halb zehn die Priwall-Fähre. Dort wurden alle Schafe sicher auf die Fähre verladen und auf den Priwall übergesetzt. Anschließend setzte sich der Zug zu Fuß in Richtung Gut Brook fort, wo die Tiere die kommenden Win- termonate verbringen werden. Allerdings machte die Herde noch einen klei- nen Zwischenstopp in Barendorf, um zu grasen und sich zu stärken, be- vor sie dann am Freitag endgültig auf den Wie- sen des Gut Brook an- kommen. Der Schaftrieb markiert einen besonderen Mo- ment der Landschafts- pflege amDummersdor- fer Ufer. Die Flächen sind inzwischen vollständig abgeweidet, sodass der Umzug in das ge- schützte Winterquartier notwendig wurde. Der traditionelle Schaftrieb bietet zudem einen eindrucksvollen Einblick in die Bedeutung der Weidetierhaltung für Natur- und Artenschutz. Der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e. V. , gegründet 1977, gilt heute als eine der ältesten Naturschutzorganisationen Lü- becks. Seit Beginn war es das Vereinsziel, Tiere, Pflanzen und Ökosysteme zu schützen, um den Lebensraum für zukünftige Genera- tionen zu erhalten. Matthias Braun, Mitbe- gründer und Vorstandsmitglied: „Das beste Mittel, um Schaden von der Natur abzuwen- den, ist energischer Fortschritt im Guten.“ Am Vereinssitz in Lübeck-Kücknitz gibt es die Naturwerkstatt auf dem Priwall, als Betreu- ungsstation und als Umweltbildungsstätte. Wer ehrenamtlich mithelfen möchte, meldet sich unter Tel. 0451 301705 oder per E-Mail lpv@dummersdorfer-ufer.de Dicht gedrängt auf der Priwallfähre geht’s in Richtung Gut Brook in den geschützen Stall Sie warten schon auf den Umzug ins Winterquartier: 640 Schafe auf der Wiese in Barendorf wanderten ins Winterquartier
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