Mehr Platz für’s Rad: Erfolgreiche Fahrrad-Demo auf Timmendorfs Strandallee

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Eine Aktion, die aufmerksam machte. Bei der Fahrrad-Demo erinnerten die Timmendorfer daran, dass der Radweg sicher sein muss. (Foto: Susanne Dittmann)
Eine Aktion, die aufmerksam machte. Bei der Fahrrad-Demo erinnerten die Timmendorfer daran, dass der Radweg sicher sein muss. (Foto: Susanne Dittmann)

Was für ein Bild! Eine Rie­sen-Rad­ler­trup­pe fährt von Nien­dorf nach Tim­men­dorf über Strand­stra­ße und Strand­al­lee. Rund 200 Män­ner, Frau­en und Kin­der, eng ver­bun­den durch ein gemein­sa­mes Ziel: der Rad­weg zur Schu­le und ins Zen­trum soll wie­der sicher wer­den. Nach­dem das Rad­fah­ren auf der auto­frei­en Pro­me­na­de ver­bo­ten wur­de, fürch­ten vie­le Eltern um die Sicher­heit ihrer Kin­der. Eine Aus­nah­me gibt es zwar für Schü­ler bis zu 10 Jah­ren, aber alle ande­ren müs­sen die Stra­ße benut­zen. Die bun­te Demo unter dem Mot­to „Mehr Platz für’s Rad“ ist am 19. Mai gut ange­kom­men: im zeit­gleich tagen­den Gemein­de­aus­schuss für Umwelt, Ver­kehr und Ener­gie wur­de schließ­lich beschlos­sen, Strand­stra­ße und Strand­al­lee in eine Fahr­rad­stra­ße zu ver­wan­deln, um den Durch­gangs­ver­kehr zuguns­ten der Rad­ler erheb­lich zu reduzieren.

Die gegen­wär­ti­ge Ver­kehrs­si­tua­ti­on in Tim­men­dor­fer Strand ist so nicht hin­zu­neh­men“, beto­nen Harm Kru­se und Tim Schrö­der, die gemein­sam die Bür­ger­initia­ti­ve „Pro Rad Tim­men­dor­fer Strand“ auf den Weg brach­ten. Ziel der gut besuch­ten Demo, deren Teil­neh­mer sich am OGT und am Nien­dor­fer Bal­kon tra­fen, war die GGS-Schu­le in der Post­stra­ße. Denn hier, in der Stran­dare­na, tra­fen sich um 18.00 Uhr die Gemein­de­ver­tre­ter, um unter ande­rem über die Kon­zep­te für den Rad­ver­kehr zu beraten.

Das The­ma ist nicht neu. „Vie­le Ideen zum Rad­ver­kehr für die Gesamt­ge­mein­de lie­gen schon lan­ge in den Schub­la­den und hät­ten längst ange­wen­det wer­den kön­nen“, kri­ti­siert Harm Kru­se die Orts­po­li­ti­ker. „Ich for­de­re die Poli­tik und die Ver­wal­tung auf, die Umset­zung die­ser Ver­kehrs­kon­zep­te voranzubringen.“

Und dies­mal hat­ten die Bür­ger Erfolg. Die Ver­tre­ter der Grü­nen stell­ten den Antrag, das bereits vor­lie­gen­de Fahr­rad­stra­ßen-Kon­zept, sofort umzu­set­zen. Als Sofort­maß­nah­me sol­len alle Park­plät­ze auf Strand­al­lee und Strand­stra­ße ent­fal­len, um mehr Platz auf der Stra­ße zu schaf­fen. In die künf­ti­ge Fahr­rad­stra­ße dür­fen nur noch Anlie­ger, Lie­fe­ran­ten, Taxen, Ver­sor­ger und Bus­se hin­ein­fah­ren. Das soll zu einer erheb­li­chen Redu­zie­rung des Durch­gangs­ver­kehrs und mehr Sicher­heit für Rad­fah­rer sorgen.

Der Antrag wur­de mehr­heit­lich ange­nom­men. Somit steht einer Umset­zung nichts mehr im Wege. Aller­dings wird sie wohl erst dann aktiv, wenn die Brü­cken-Bau­ar­bei­ten auf der B76 abge­schlos­sen sind und kei­ne Umge­hung der bis­lang noch akti­ven Stra­ßen­sper­rung über die Strand­al­lee nötig ist.

2 KOMMENTARE

  1. Sehr geehr­te Frau Reineke,
    Dan­ke für ihren Bericht­erstat­tung zu unse­rer Fahr­rad­De­mo am Mittwoch.
    Ich möch­te hier zwei Anmer­kun­gen machen :
    Uns ging es nicht allein um den Schul­weg. Nein. Schüler*in fah­ren auch am Nach­mit­tag zum Sport und zu freund*innen durch den Ort. Erwach­se­ne fah­ren zur Arbeit und zum ein­kau­fen, Arzt­be­su­che und Hob­bys, Freun­de besu­chen und ein­fach mal so zum Eis­essen. Wir machen das Jett schon mit dem Fahr­rad und mer­ken täg­lich: wir brau­chen mehr Platz fürs Rad.
    Wenn die Men­schen die­se täg­li­chen Tou­ren wei­ter­hin mit dem Auto machen wür­den , wird jeder Ort in OH und anders­wo in ein Auto­Cha­os ver­sin­ken. Die­ses Bei­spiel kön­nen wir uns jetzt täg­lich an der strand­al­lee anse­hen. Und hier fah­ren nicht ein­mal die Ein­hei­mi­schen, da die in die­sen Zei­ten die Fahr­ten durch Tdf vermeiden.
    Was bleib ist die Stre­cken des täg­li­chen Lebens mit dem Rad oder zu Fuß zu machen. Vie­le Men­schen machen es seit Jah­ren und sind täg­lich mit dem Rad unter­wegs. Mit Freu­de. Ver­kehrs­kon­zep­te wur­den aber immer auf die auto­fah­ren­den Besu­cher unse­rer Orte hin ausgerichtet.
    Der zwei­te Punkt:
    Die Stra­ßen Ver­kehrs Ord­nung sieht seit 20 Jah­ren vor, dass die Autos ganz nor­mal durch eine Fahr­rad­Stras­se fah­ren kön­nen: mit Tem­po 30 , wenn ein Fahr­rad vor ihnen fährt ent­spre­chen lang­sa­mer, denn Fahr­rä­der haben Vor­rang und dür­fen nicht über­holt wer­den. Die­se cdu und fdp Angst der Tdf Gemein­de­ver­tre­ter zur Fahr­rad­Stras­se ist von Unwis­sen­heit geprägt und soll­te sich nicht in der Berichts­er­stat­tung wiederfinden.
    Also :
    Für ein gutes Mit­ein­an­der in der Gemein­de Tdf und ein gutes hin­ter­ein­an­der auf der FahrradStrasse.
    Danke
    Harm Kru­se, Pri­vat­per­son (nicht von PRO RAD)

  2. Ich begrü­ße die­se Initia­ti­ve und hof­fe das nach Reden auch Taten folgen.
    Der Orts­teil Nien­dorf ist in die­ser Hin­sicht stief­müt­ter­lich behan­delt, man beru­higt die Strandstrasse
    und ver­gisst dabei die Tra­ve­mün­der Land­stra­ße. Hier sind sozia­le Ein­rich­tun­gen ange­sie­delt und nicht erst seit kur­zer Zeit. Maria Mee­res­stern Mut­ter-Kind-Ein­rich­tung und West­fa­len­haus mit glei­cher Maß­nah­me. Klein­kin­der und ihre Betreu­er benut­zen die­se Stra­ße bei ihren täg­li­chen Maß­nah­men. Es ist unver­ant­wort­lich die­se Stra­ße für 50 Kmh freizugeben.
    Durch die neue Wege­füh­rung wer­den die Rad­fah­rer mit der Hupe zu Ord­nung gerufen.
    Ich hof­fe mei­ne Zei­len wecken ein wenig Verantwortlichkeit.

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