Locker, aber ohne Leichtsinn: So starten die Ostseebäder in die Saison

0
404
Ein schönes Bild: Der Strand, das Meer, Schönwetterwolken... und die ersten Urlauber sind auch schon eingetroffen. Timmendorfer Strand und Scharbeutz sind als Gastgeber gut gerüstet, um Sicherheit und Komfort zugleich zu bieten. Foto: Rotraud Schwarz
Ein schönes Bild: Der Strand, das Meer, Schönwetterwolken... und die ersten Urlauber sind auch schon eingetroffen. Timmendorfer Strand und Scharbeutz sind als Gastgeber gut gerüstet, um Sicherheit und Komfort zugleich zu bieten. Foto: Rotraud Schwarz

Sie sind wie­der da! Die Strand­kör­be ste­hen ein­la­dend und deko­ra­tiv am Strand, umkränzt von See­bri­se und unter Schön­wet­ter­wol­ken: das weckt die Lust auf Urlaub am Meer. Und der ist tat­säch­lich jetzt wie­der mög­lich, trotz Coro­na - aller­dings unter stren­gen Vor­sichts­maß­nah­men. Dabei gilt es, die Aus­brei­tung des Coro­na­vi­rus zum Schutz der Bür­ger weit­ge­hend zu ver­hin­dern ohne die zahl­rei­chen Stamm- und auch Tages­gäs­te. Vor allem das Pfingst­wo­chen­en­de erscheint als beson­de­re Her­aus­for­de­rung für die Ent­schei­dungs­trä­ger. Tim­men­dorfs Bür­ger­meis­ter Robert Wag­ner hat sich für beson­ders strik­te Maß­nah­men ent­schie­den; Bür­ger­meis­te­rin Bet­ti­na Schä­fer setzt in Schar­beutz setzt auf die Ver­nunft der Gäs­te. Für bei­de gilt die glei­che Devi­se: Gäs­te will­kom­men hei­ßen, aber Besu­cher­mas­sen ver­mei­den.

Bettina Schäfer, Bürgermeisterin von Scharbeutz, genießt die neue, frische Brise: Sie kennt alle Ecken im Ostseebad und weiß, wo Vorsicht geboten ist. Foto: Katrin Gehrke
Bet­ti­na Schä­fer, Bür­ger­meis­te­rin von Schar­beutz, genießt die neue, fri­sche Bri­se: Sie kennt alle Ecken im Ost­see­bad und weiß, wo Vor­sicht gebo­ten ist. Foto: Kat­rin Gehr­ke

Bet­ti­na Schä­fer war vor ihrem Amts­an­tritt Lei­te­rin des ört­li­chen Bau­amts, und das hat vor allem jetzt sei­ne Vor­tei­le: „Ich kenn hier jede Ecke“, sagt sie. Und sie weiß, wo es schwie­rig wer­den könn­te mit dem Abstand, wo man aktiv wer­den muss. Das ist zum Bei­spiel die Stra­ße „Am Hang“, die man­cher Besu­cher so ein­la­dend fin­det, weil man gut gucken kann was am Strand so los ist. Die soll zu Him­mel­fahrt lie­ber gesperrt wer­den, um Fuß­gän­gern und Rad­fah­rern genü­gend Raum zu las­sen. Eng könn­te es auch an der Dünen­mei­le wer­den. Hier laden Restau­rants und Cafés zum gemüt­li­chen Nach­mit­tags-Klön­sch­nack ein - aller­dings nur unter Ein­hal­tung stren­ger Abstands­re­geln. Die sol­len auch kon­trol­liert wer­den, von Mit­ar­bei­tern des ört­li­chen Ord­nungs­amts.

Robert Wagner, Bürgermeister von Timmendorfer Strand, hat bei allen Lockerungen auf strenge Sicherheitsregeln gesetzt. Foto: Katrin Gehrke
Robert Wag­ner, Bür­ger­meis­ter von Tim­men­dor­fer Strand, hat bei allen Locke­run­gen auf stren­ge Sicher­heits­re­geln gesetzt. Foto: Kat­rin Gehr­ke

Bür­ger­meis­ter Robert Wag­ner über­rascht mit einem beson­ders strik­ten Maß­nah­me­ka­ta­log. Dar­in ent­hal­ten sind Ein­schrän­kun­gen für die Zeit zwi­schen Him­mel­fahrt (Vater­tag) und Pfingst­mon­tag, den 1. Juni, die nicht von jedem begrüßt wer­den. Dazu gehört unter ande­rem eine beschränk­te Nut­zungs-Erlaub­nis für die Park­plät­ze am ETC (Eis­sport- und Ten­nis-Cen­trum), am Wie­sen­weg und am Nien­dor­fer Vogel­park: hier wird die erlaub­te Park­dau­er an Wochen­en­den und Fei­er­ta­gen mit­tels Park­schei­be auf drei Stun­den begrenzt. Der Park­platz am Fische­rei­hof in Hem­mels­dorf wird in die­ser Zeit sogar gesperrt. Eben­so der Tim­men­dor­fer Platz: Am 21. Mai dür­fen Fahr­zeu­ge hier nicht pas­sie­ren. Auch die Strand­zu­gän­ge, an denen es kei­ne Strand­korb­ver­mie­tung und kei­ne Beach-Lounge gibt, blei­ben gesperrt. So will man den berühm­ten Vater­tags-Sau­sen mit strik­ten Maß­nah­men ent­ge­gen­tre­ten. Über­prüft wird alles von den Ord­nungs­kräf­ten der Gemein­de und einer eigens enga­gier­ten Sicher­heits­fir­ma.

Die­se Vor­sicht mag machen über­trie­ben erschei­nen, die meis­ten Ein­woh­ner füh­len sich aller­dings siche­rer als mit einer Ein­rei­se-Ein­la­dung für alle. Ost­hol­stein ist bis­her von der welt­wei­ten Pan­de­mie weit­ge­hend ver­schont geblie­ben: 66 gemel­de­te Infek­ti­ons- und kei­ne Todes­fäl­le, kei­ne Neu­in­fek­ti­on in den ver­gan­ge­nen sie­ben Tagen… „Hof­fent­lich bleibt das so“, sagen die Küs­ten­be­woh­ner und bli­cken besorgt auf die Mas­sen an Fahr­zeu­gen aus ganz Deutsch­land, die schon Tag der „Locke­rung“, den 18. Mai, auf die Cam­ping­plät­ze, in die Feri­en­häu­ser und in die Super­märk­te gestürmt sind und die Abstands­re­geln man­cher­orts zum Kunst­stück machen. Vor­freu­de herrscht hin­ge­gen bei den ört­li­chen Gas­tro­no­men, Hote­liers und Laden­be­sit­zern. Viel­leicht hebt die Son­ne, die See­luft und die locke­re Stim­mung auch die Kauf­lau­ne und hilft so man­chem aus der Coro­na-Kri­se.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here