Schüler schreiben Wörterbuch für Flüchtlingskinder

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Die Schülerinnen Chiara (von links) und Vanessa zeigen Bürgermeisterin Hatice Kara gemeinsam mit ihren Klassenkameradinnen Viviana und Carlotta, wie das Wörterbuch für Flüchtlingskinder aufgebaut ist. Foto: KG

Das Schick­sal der Flücht­lin­ge, die auf gefähr­li­chen Wegen aus dem Kriegs­ge­biet ihrer Hei­mat zu uns gekom­men sind, hat die Schü­ler der GGS Strand Euro­pa­schu­le in Tim­men­dor­fer Strand sehr berührt. Die Kin­der der Klas­se 6a haben sich Gedan­ken dar­über gemacht, wie es denn wohl einem Flücht­lings­kind geht, wenn es ohne deut­sche Sprach­kennt­nis­se in ihre Schu­le kommt. Fünf Wochen lang haben die Schü­ler dann an einem Wör­ter­buch gear­bei­tet, alles foto­gra­fiert oder gezeich­net was zu den Rubri­ken Schul­hof, Men­sa, Stra­ße, Leh­rer, Gebäu­de und Klas­sen­zim­mer passt.

Die Lehrerinnen Bettina Kammholz (von links) und Gabriele Lamprecht, Schulleiter Hans-Georg Rath, Bürgermeisterin Hatice Kara und Ideengeber Joachim Nickel freuen sich über den Einsatz der Schüler, denn die Klasse 6a der GGS Strand Europaschule hat ein Wörterbuch für Flüchtlingskinder angefertigt. Foto: KG
Die Leh­re­rin­nen Bet­ti­na Kamm­holz (von links) und Gabrie­le Lam­precht, Schul­lei­ter Hans-Georg Rath, Bür­ger­meis­te­rin Hati­ce Kara und Ide­en­ge­ber Joa­chim Nickel freu­en sich über den Ein­satz der Schü­ler, denn die Klas­se 6a der GGS Strand Euro­pa­schu­le hat ein Wör­ter­buch für Flücht­lings­kin­der ange­fer­tigt. Foto: KG

Neben Bil­dern haben sie auch Begrif­fe zusam­men­ge­tra­gen, die sie für wich­tig hiel­ten. Dabei zeigt sich deut­lich, dass Kin­der die Welt mit ande­ren Augen sehen als dies Erwach­se­ne tun. Und so haben sie nicht nur ratio­na­le Din­ge auf­ge­schrie­ben son­dern zum Bei­spiel auch ihr Lieb­lings­es­sen aus der Men­sa mit in ihr Wör­ter­buch auf­ge­nom­men. Vier­zig Sei­ten umfasst das unkon­ven­tio­nel­le Werk, das gera­de des­halb beson­ders gut geeig­net ist, um Flücht­lings­kin­dern den Ein­stieg in den Schul­all­tag zu erleich­tern.

Joa­chim Nickel, Orts­po­li­ti­ker der GRÜNEN in Tim­men­dor­fer Strand, hat­te den Stein ins Rol­len gebracht und bei Schul­lei­ter Hans-Georg Rath nach­ge­fragt, ob und wie Schü­ler die Inte­gra­ti­on ihrer aus­län­di­schen Mit­schü­ler unter­stüt­zen könn­ten. Hans-Georg Rath und Leh­re­rin Bet­ti­na Kamm­holz fan­den die Idee so gut, dass sie die Schü­ler nach ihren Vor­stel­lun­gen frag­ten. Und die waren sofort mit gro­ßem Eifer bei der Sache.

Es geht uns dar­um, zu zei­gen was für Kin­der wich­tig ist, wenn sie ohne Sprach­kennt­nis­se zu uns kom­men. Dabei lässt sich das Buch jeder­zeit durch neue Begrif­fe ergän­zen“, erklärt der Schul­lei­ter, der sich über den Ein­satz sei­ner Schü­ler freut.
Im Rat­haus wer­den nun 60 Farb­ko­pi­en erstellt. Jede Klas­se wird ein Buch erhal­ten, eben­so wie jedes der fünf Flücht­lings­kin­der, die schon jetzt die GGS Strand Euro­pa­schu­le besu­chen. Wei­te­re Wör­ter­bü­cher sind für die 21 Flücht­lings­kin­der reser­viert, die der­zeit in Bad Schwartau Deutsch ler­nen und in einem hal­ben Jahr die Schu­le in Tim­men­dor­fer Strand besu­chen wer­den. Und auch die in Tim­men­dor­fer Strand leben­den Flücht­lings­fa­mi­li­en sol­len ein Buch bekom­men.
„Ich begrü­ße, dass an der Schu­le die neu­en Hüter der Demo­kra­tie her­an­wach­sen“, freut sich Bür­ger­meis­te­rin Hati­ce Kara über den Ein­satz der Schü­ler, „Die­ses Pro­jekt ist ein Aus­hän­ge­schild für die Schu­le und hilft Vor­ur­tei­le abzu­bau­en.“
Ganz ähn­lich sieht das auch Joa­chim Nickel, der erklärt, „Die Empa­thie der Kin­der ist die ers­te Form des Huma­nis­mus.“ Doch damit ist das Pro­jekt noch nicht abe­schlos­sen, den die Schü­ler sam­meln bereits Begrif­fe und Fotos für ein wei­te­res Wör­ter­buch.

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