Timmendorfer Strand hat ein Gemeindearchiv

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Timmendorfer Seebrücke mit Strandhalle um 1941

Ein ver­träum­tes Fischer­dorf, umge­ben von Wäl­dern. Das war Tim­men­dor­fer Strand, bevor es als Klein­od von ruhe­su­chen­den Städ­tern ent­deckt wur­de. Wie sich das Dorf zum renom­mier­ten Ost­see­bad ent­wi­ckelt hat, kann man jetzt anhand von aus­drucks­vol­len Fotos nach­voll­zie­hen, im frisch eröff­ne­ten Gemein­de­ar­chiv im „Stroh­dach­haus“.

Niendorfer Hafen um 1928
Nien­dor­fer Hafen um 1928

Wie war das, damals in Tim­men­dor­fer Strand, als die ers­ten Bade­gäs­te kamen? Was mach­ten Eis­bär und Micky Maus zwi­schen den Strand­be­su­chern? Wer hat nach dem Krieg in der Fuß­ball­mann­schaft des NTSV mit­ge­spielt? Wie sahen die See­brü­cken oder das See­schlöss­chen frü­her aus? Fra­gen über Fra­gen, die sich man­cher viel­leicht stellt und die jetzt wie auch vie­le ande­re beant­wor­tet wer­den kön­nen.
Nach zehn Jah­ren umfang­rei­cher Arbeit unter Feder­füh­rung von Dr. Hei­ner Her­de wur­de Mit­te Juni das Gemein­de­ar­chiv offi­zi­ell eröff­net. Betreut wird das „Gedächt­nis der Gemein­de“ im Stroh­dach­haus am Sau­na­ring von Mela­nie Zühl­ke, die zunächst für ein Jahr dort haupt­amt­lich arbei­tet. Immer mon­tags und don­ners­tags von 10.00 bis 11.00 Uhr oder nach Ver­ein­ba­rung steht sie per­sön­lich für Aus­künf­te zur Ver­fü­gung. Online bie­tet einen ers­ten Ein­druck die Inter­net­sei­te: www.gemeindearchiv.org.
Gestö­bert wer­den kann bereits in einem umfang­rei­chen Bild­ar­chiv und in der Biblio­thek. Dank Dr. Her­de ver­fügt das Archiv über eine Bil­der­samm­lung, die über 10.000 Fotos, Ansichts­kar­ten und Dias umfasst, wobei der gesam­te Bestand inzwi­schen digi­ta­li­siert vor­liegt. „Dank einer Recher­che-Soft­ware kann so nach Schlag­wor­ten gesucht wer­den“, ergänzt Mela­nie Zühl­ke.

Dr. Heiner Herde erhielt von Timmendorfs Bürgermeisterin Hatice Kara ein Präsent als Anerkennung für seine jahrelange Unterstützung beim Aufbau des Gemeindearchivs. Foto: Brigitte Arms
Dr. Hei­ner Her­de erhielt von Tim­men­dorfs Bür­ger­meis­te­rin Hati­ce Kara ein Prä­sent als Aner­ken­nung für sei­ne jah­re­lan­ge Unter­stüt­zung beim Auf­bau des Gemein­de­ar­chivs. Foto: Bri­git­te Arms

Das neue Gemein­de­ar­chiv soll nach und nach um die Akten und Doku­men­te der Gemein­de­ver­wal­tung ergänzt wer­den, deren Auf­be­wah­rungs­frist abge­lau­fen sind. „Die Archi­vie­rung und Digi­ta­li­sie­rung wird erneut ein erheb­li­ches Stück Arbeit sein und viel Zeit kos­ten“, weiß Dr. Her­de aus Erfah­rung.
Das 2005 vom dama­li­gen Bür­ger­meis­ter Vol­ker Popp initi­ier­te und von Dr. Hei­ner Her­de ehren­amt­lich betreu­te Hei­mat­ar­chiv war eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit von Otto Rönn­pag gewe­sen, dem eins­ti­gen Lei­ter der „Arbeits­ge­mein­schaft Gemein­de­chro­nik“. Sei­ne For­schungs­ar­bei­ten und Samm­lun­gen, aber auch die ande­rer Hei­mat­for­scher wie Hein­rich Lunau, Walt­her Hauf­fe und Emil Becker bil­den den Grund­stock.
Vor zehn Jah­ren stan­den Dr. Her­de und Vol­ker Popp aber erst ein­mal in einem „klei­nen Kabuff“, wie Dr. Her­de es aus­drückt, im Stroh­dach­haus, das voll­ge­stopft war mit Ord­nern, Akten und Kar­tons vol­ler Papie­re und Bil­der. „Wir wuss­ten erst ein­mal gar nicht, wie man das alles jemals ord­nen soll­te“, erin­nert sich Dr. Her­de. Heu­te kann sich das Ergeb­nis sehen las­sen.
So rich­te­te Bür­ger­meis­te­rin Hati­ce Kara ihren aus­drück­li­chen Dank an Dr. Hei­ner Her­de, der nicht nur Dan­kes­wor­te erhielt, son­dern als ein Prä­sent auch einen Gut­schein für Ver­an­stal­tun­gen des Schles­wig-Hol­stein Musik-Fes­ti­vals. Einen wei­te­ren Dank rich­tet sie an die Poli­tik. „Es ist in Zei­ten knap­per Kas­sen sicher­lich kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit, dass ent­spre­chen­de Gel­der für Sach­mit­tel und Per­so­nal bereit­ge­stellt wer­den. Doch das zeugt auch davon, dass es allen Ent­schei­dungs­trä­gern ein wich­ti­ges Anlie­gen ist, die Geschich­te der Gemein­de Tim­men­dor­fer Strand und ihrer Rechts­vor­gän­ger zu sichern und für die Nach­welt zu bewah­ren.“

Melanie Zühlke betreut das Timmendorfer Gemeindearchiv und würde sich über interessierte Besucher ebenso wie über weiteres Material und Anregungen freuen. (Foto: Brigitte Arms)
Mela­nie Zühl­ke betreut das Tim­men­dor­fer Gemein­de­ar­chiv und wür­de sich über inter­es­sier­te Besu­cher eben­so wie über wei­te­res Mate­ri­al und Anre­gun­gen freu­en. (Foto: Bri­git­te Arms)

Dem schloss sich Dr. Her­de an und erwähn­te zusätz­lich Haupt­amts­lei­ter Mar­tin Scheel. „Er hat das Pro­jekt von Beginn an begeis­tert beglei­tet, dafür gesorgt, dass immer wie­der finan­zi­el­le Mit­tel zur Ver­fü­gung stan­den und letzt­end­lich, dass das Archiv nach der Sanie­rung des Stroh­dach­hau­ses hier wie­der ein­zie­hen konn­te“, so Dr. Her­de.
„Es soll ein leben­di­ges und offe­nes Archiv sein“, for­mu­liert Bür­ger­meis­te­rin Hati­ce Kara die Aus­rich­tung der neu­en gemeind­li­chen Insti­tu­ti­on.
Außer­dem wür­de das Gemein­de­ar­chiv ger­ne dau­er­haft oder zeit­lich begrenzt Ver­eins-, Fir­men- und pri­va­te Samm­lun­gen über­neh­men. Inter­es­sant sind dabei Zeit­do­ku­men­te aus der zwei­ten Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts. Beson­ders erwünscht sind neben wei­te­ren Bild- und/oder Text­do­ku­men­ten aus Tim­men­dor­fer Strand und Nien­dorf auch sol­che aus den Orts­tei­len Klein und Groß Tim­men­dorf, Hem­mels­dorf und Oever­diek. „Davon haben wir noch nicht so viel“, sagt Mela­nie Zühl­ke.
Freu­en wür­de sie sich das Team des Gemein­de­ar­chivs auch über tat­kräf­ti­ge Unter­stüt­zung bei­spiels­wei­se beim Pfle­gen des digi­ta­len Zei­tungs­ar­chivs, Erstel­len einer Lite­ra­tur­lis­te und Ergän­zen des Bild­be­stands um Infor­ma­tio­nen zu den abge­bil­de­ten Gebäu­den.
Bei Inter­es­se kann man mit Mela­nie Zühl­ke Kon­takt auf­neh­men, ent­we­der unter Tele­fon 04503/70 35-819 (mon­tags bis don­ners­tags vor­mit­tags) oder mit einer E-Mail-Nach­richt an m.zuehlke@gemeindearchiv.org.

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