Travemünde setzt Segel: Sportlicher Start in die 132. Travemünder Woche

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Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (3. von links) eröffnete mit Ministerpräsident Daniel Günther (4. v. links) die 132. Travemünder Woche gemeinsam mit (von rechts): TW-Sportdirektor Jens Kath, DSV-Präsidentin Mona Küppers, TW-Geschäftsführer Frank Schärffe, dem LYC-Vorsitzenden Lutz Kleinfeldt sowie Künstlerin Frauke Klatt (Designerin des Plakats). © Christian Beeck.de
Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (3. von links) eröffnete mit Ministerpräsident Daniel Günther (4. v. links) die 132. Travemünder Woche gemeinsam mit (von rechts): TW-Sportdirektor Jens Kath, DSV-Präsidentin Mona Küppers, TW-Geschäftsführer Frank Schärffe, dem LYC-Vorsitzenden Lutz Kleinfeldt sowie Künstlerin Frauke Klatt (Designerin des Plakats). © Christian Beeck.de

Sie sind wie­der da“, freu­en sich die Tra­ve­mün­der und ihre Stamm­gäs­te. Nach der Pan­de­mie-Pau­se im ver­gan­ge­nen Jahr star­te­te am Frei­tag, den 23. Juli, die 132. Tra­ve­mün­der Woche. Pünkt­lich um 18.00 Uhr gab Lübecks Bür­ger­meis­ter Jan Lin­denau das tra­di­tio­nel­le Signal: „Heißt Flag­ge“, rief er in die Run­de - und dies­mal waren nur 100 Gäs­te anwe­send, die dann auch auf übli­che Was­ser­fon­tä­nen und Musik ver­zich­ten muss­ten. Nach wie vor gilt das Prin­zip der Vor­sicht: Auf die übli­chen Pro­gramm-High­lights rund um das Segel-Event hat man dies­mal ver­zich­tet; wer auf das Gelän­de will, der checkt mit QR-Code ein, jeder Win­kel, jeder Ein­gang wird von Secu­ri­ty über­wacht. Das Schöns­te ist der Blick aufs Meer: Seg­ler auf See bei fri­scher Ost­see­bri­se - ein Genuss mit Tradition.

Ins­ge­samt 1350 Seg­ler gehen an den Start und mel­den sich unter den übli­chen Vor­sichts­maß­nah­men an. Neben dem Grün­strand, an dem sich 200 Seg­ler regis­trie­ren, sind sie auf der Tor­na­do-Wie­se, am Pas­sat­ha­fen und am Pri­wall­strand, wobei dar­auf geach­tet wird, dass die Anzahl der Per­so­nen in einem pan­de­mie-gerech­ten Rah­men bleibt. Alles unter Kon­trol­le - bis auf das Wet­ter. Eine kla­re Linie ist in den kom­men­den zehn Tagen laut Vor­her­sa­ge nicht zu erwar­ten, statt­des­sen ein Mix aus unter­schied­lichs­ten Wet­ter­la­gen. „Wir erwar­ten bei­de Extre­me – wenig bis zu wenig Wind und viel bis even­tu­ell zu viel. In der Mit­te wird wenig dabei sein“, kün­digt Sebas­ti­an Wache, Diplom-Meteo­ro­lo­ge beim Wet­ter­dienst Wet­ter­welt aus Kiel. Sei­ne Wet­ter­vor­her­sa­ge für die Tra­ve­mün­der Woche ver­spricht vor allem eines: Abwechs­lung. Inter­es­sant wird die Wet­ter­la­ge laut dem Meteo­ro­lo­gen am ers­ten Sonn­tag der Tra­ve­mün­der Woche. Kon­kret bedeu­tet das, dass es wech­sel­haft wird, vor­aus­sicht­lich teil­wei­se nass und even­tu­ell auch gewitt­rig. Was für die Seg­le­rin­nen und Seg­ler aller­dings viel ent­schei­den­der ist: Ver­mut­lich bricht der Wind ein. Der Blick vor­aus auf den wei­te­ren Ver­lauf der Tra­ve­mün­der Woche zeigt dage­gen Ten­den­zen in die kom­plett ande­re Rich­tung. „Ab Mitt­woch bis Ende der Woche ist stär­ke­rer Wind mög­lich“, so Wache. Wenig Wind oder viel, dazwi­schen nichts – so sieht die Pro­gno­se für das Segel­wet­ter der 132. Tra­ve­mün­der Woche aus.

Ob Wind, Son­ne, Regen: die Seg­ler sind glück­lich, dabei zu sein. Nach der bereits am Sams­tag gestar­te­ten Inklu­si­ons-Welt­meis­ter­schaft der RS Ven­ture Con­nect gin­gen am Sonn­tag die jugend­li­chen Seg­ler der in Tra­ve­mün­de bereits weit­hin bekann­ten RS Feva an den Start. „Für die WM der RS Feva müs­sen wir zuge­ben, dass es eher eine Euro­pa­meis­ter­schaft ist. Die Coro­na-Auf­la­gen sor­gen dafür, dass die poten­zi­el­len Teil­neh­mer aus Über­see in die­sem Jahr nicht anrei­sen. Wir haben auch über­legt, ob wir die WM um ein wei­te­res Jahr ver­schie­ben soll­ten. Aber nach der Ver­schie­bung von 2020 muss­ten wir jetzt ein Zei­chen set­zen. Mit 100 teil­neh­men­den Teams ist dann ein sehr gutes Feld zusam­men­ge­kom­men“, berich­tet der Ham­bur­ger RS-Impor­teur Chris­ti­an Brandt. „Und es sind so vie­le Deut­sche dabei wie noch nie. Das freut mich natür­lich sehr.“

Laut Brandt hat sich die Klas­se in den ver­gan­ge­nen zwei, drei Jah­ren in Deutsch­land sehr gut ent­wi­ckelt. Hot­spots sind im Nor­den Plön und Kiel, im Wes­ten Düs­sel­dorf und im Süden am Ammer­see. „Der RS Feva ist gut geeig­net, um die Kin­der nach dem Opti bei der Stan­ge zu hal­ten. Das funk­tio­niert der­zeit ins­ge­samt sehr gut, da viel mehr Ver­ei­ne dabei sind.“ Die deut­schen Star­ter kön­nen sich zur Tra­ve­mün­der Woche mit Teil­neh­mern aus elf Natio­nen mes­sen. Die stärks­ten Flot­ten stel­len die Nie­der­lan­de, Tsche­chi­en und Italien.

Beim Schü­ler Ruder- und Seg­ler-Ver­ein Plön ist die Vor­freu­de groß für die Welt­meis­ter­schaft der RS Feva. Die jun­ge Grup­pe stellt mit sie­ben Teams die größ­te Ver­eins­flot­te bei die­sen Titel­kämp­fen – und das, obwohl sich der Ver­ein gera­de erst auf die Nach­wuchs­skiffs fokus­siert hat. Zu die­ser Sai­son wur­de die Feva-Flot­te am Plö­ner See auf nun­mehr neun Boo­te auf­ge­stockt. Damit ist das idyl­lisch gele­ge­ne Ver­eins­ge­län­de in Sicht­wei­te des Plö­ner Schlos­ses der deut­sche Hot­spot der Klas­se. Anlass für den Umbau der Ver­eins­flot­te war die Tra­ve­mün­der Woche. SRSV-Seg­ler Mats Krüss wur­de vor zwei Jah­ren vor Tra­ve­mün­de Deut­scher Jüngs­ten­meis­ter in der Tee­ny-Klas­se. Als er dann wenig spä­ter hör­te, dass die WM der Fevas zur TW aus­ge­se­gelt wer­den soll­te, woll­te er unbe­dingt dabei sein. Die Anfra­ge beim Club, ob es mög­lich sei, eines der bereits vor­han­de­nen Boo­te zu char­tern, mün­de­te in der Neu­an­schaf­fung von vier Fevas durch den Club. Dar­aus ent­wi­ckel­te sich das Pro­jekt WM-Teil­nah­me im SRSV. Nun hat sich Trai­ner Klaus-Die­ter See­lig mit 14 Jugend­li­chen auf dem Grün­strand ein­ge­rich­tet, um in das Aben­teu­er der glo­ba­len Titel­kämp­fe zu star­ten. In der Vor­be­rei­tung auf die WM agier­ten die Plö­ner nicht nur für sich, son­dern schlos­sen sich mit den ande­ren Ver­ei­nen aus Schles­wig-Hol­stein auch zu einem Trai­nings­la­ger an der Schlei zusam­men, das vom Lan­des­ver­band SVSH orga­ni­siert wur­de. Damit gab es zumin­dest einen loka­len Leis­tungs­ver­gleich. Wie es im Ver­gleich zur inter­na­tio­na­len Kon­kur­renz aus­se­hen wird, ist noch eine gro­ße Unbekannte.

Ganz anders als gewohnt und somit eben­falls recht span­nend ist dies­mal das Land-Pro­gramm. Um Men­schen­an­samm­lun­gen so weit wie mög­lich zu ver­mei­den, liegt der Fokus ganz klar auf dem sport­li­chen Part. Aber so ganz müs­sen die TW-Besu­cher nicht auf die Events rund um den Sport ver­zich­ten. Einen Anlauf­punkt bie­tet der Hols­ten Anker­platz an der Nor­der­mo­le mit einem kuli­na­ri­schen Ange­bot sowie abend­li­chen Kon­zer­ten auf der benach­bar­ten Stadt­wer­ke Lübeck Büh­ne am Strand. Mit loun­gi­ger Atmo­sphä­re und Blick auf die Ost­see lädt der Hols­ten Anker­platz ein, bei einem Getränk und Fish and Chips zu ver­wei­len. Das Musik­pro­gramm auf der Büh­ne deckt ver­schie­de­ne Gen­res ab. Der Zugang zum Are­al mit Anker­platz und Büh­ne ist begrenzt auf 400 Per­so­nen mit Luca-App. Wei­te­re Stän­de mit def­ti­gen und süßen Lecke­rei­en unter­schied­lichs­ter Art ste­hen ent­lang der Strand­pro­me­na­de bis zum Fon­tä­nen­feld. Statt der in der Vor­jah­ren übli­chen all­abend­li­chen Laser- und Pyro­show an der Pas­sat taucht die Vier­mast­bark in die­sem Jahr täg­lich ab 22 Uhr dezen­ter in bun­tes Licht. Mit wech­seln­den Far­ben, Lich­tern und in den Him­mel wei­sen­den Strah­len wird das Schiff für rund zwei Stun­den zum far­ben­fro­hen Hin­gu­cker, wenn an der Pro­me­na­de schon die nächt­li­che Ruhe ein­ge­kehrt ist. Die Area­le der TW haben täg­lich von 12 Uhr bis 22 Uhr geöff­net. Das kom­plet­te Pro­gramm der 132. Tra­ve­mün­der Woche fin­den Sie unter www.travemuender-woche.com

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