An der Küste war er zu Hause: Abschied von TV-Legende Hans Meiser

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Seine Freunde und Fans trauern: Hans Meiser, bekannter TV-Moderator und beliebter Wahl- Scharbeutzer, starb im Alter von 77 Jahren.

Das war ein Schock für sei­ne Freun­de: Hans Mei­ser ist von uns gegan­gen. Am Mon­tag, dem 6. Novem­ber, gab der Sen­der „Radio Wel­len­rausch“ bekannt, dass sein Mit­be­grün­der ver­stor­ben ist, „uner­war­tet an Herz­ver­sa­gen.“ Dabei hat­te er noch so viel vor. Mit sei­nen 77 Jah­ren woll­te der erfah­re­ne Talk­mas­ter noch mal rich­tig durch­star­ten, mit einem Hör­funk-Sen­der für die Küs­te. Die Chan­cen für einen Erfolg stan­den gut: Ende Okto­ber ging „Radio Wel­len­rausch“ on air. Jetzt hofft man, dass der neue Sen­der erhal­ten bleibt. Denn das war sein letz­ter Wunsch: „Bit­te führt das Pro­jekt auch ohne mich weiter.“

Das Wel­len­rausch-Team möch­te die­sen Wunsch selbst­ver­ständ­lich erfül­len, nicht zuletzt als blei­ben­de Erin­ne­rung an den belieb­ten Wahl-Schar­beut­zer Hans Mei­ser. An der Küs­te hat­te er bereits zahl­rei­che Freun­de gewon­nen, war in den ört­li­chen Talk-Shows dabei und konn­te mit sei­ner „humo­rig-knar­zi­gen Art“ vie­le begeis­tern. „Ein wort­wört­lich gro­ßer Mann mit einem uner­schöpf­li­chen Reper­toire an Erfah­run­gen und Geschich­ten, die einem immer wie­der das Wesent­li­che vor Augen führ­ten“, beschreibt ihn ein Freund und wünscht ihm „unend­lich vie­le Tou­ren mit dem Wolkenwohnmobil“.

Vie­len sind sei­ne Hob­bys so ver­traut wie sei­ne Herz­lich­keit, ande­re erin­nern sich gern an den Mann, der den Nach­mit­tags-Talk im TV popu­lär mach­te. Hans Mei­ser mach­te als Mode­ra­tor der Rea­li­ty-Show „Not­ruf“ Furo­re und war bei RTL bis 1992 „Anchor­man“ der Nach­rich­ten­sen­dung „7 vor7“, heu­te bekannt als „RTL aktu­ell“. In den 90er Jah­ren erreich­te er einen Zuschau­er-Markt­an­teil bis zu 40 Pro­zent. Dann mode­rier­te er so lebens­na­he For­ma­te wie „Dumm gelau­fen“, sprach dabei mit ganz nor­ma­len Leu­ten über ihre All­tags­pro­ble­me und ihre Lebens­si­tua­ti­on. Bis zum Ende der Serie im Jahr 2001 wur­den 1.700 Fol­gen ausgestrahlt.

Sein neu­er Lebens­ab­schnitt begann 2015. Da lern­te er im Ost­see-Urlaub sei­ne Ange­li­ka ken­nen. Drei Jah­re spä­ter wur­de gehei­ra­tet; dann zog das Ehe­paar nach Schar­beutz, bau­te sich ein schwe­di­sches Holz­haus mit Gar­ten, unter­nahm vie­le gemein­sa­me Rei­sen mit dem Wohnmobil.

In sei­ner Wahl-Hei­mat an der Küs­te fand Hans Mei­ser etli­che neue Fans und Freun­de. Gut gelaunt, mit viel Humor, ist er auf die neu­en Nach­barn zuge­gan­gen; er war dabei, wenn man ihn zur Talk-Show ein­lud, unter­hielt die Gäs­te mit Witz und Schwung und hat­te wohl bald ver­ges­sen, dass er sich eigent­lich in den Ruhe­stand bege­ben woll­te. Gemein­sam mit Geschäfts­part­ner Harald Tho­ma ent­wi­ckel­te er die Idee für „Radio Wel­len­rausch“, eine krea­ti­ve Hom­mage an die Ostsee.

Hier wird man ihn sehr ver­mis­sen. Sei­ne Ehe­frau, drei Kin­der und drei Enkel­kin­der, dazu die zahl­rei­chen Freun­de und Bewun­de­rer wer­den ihn im Her­zen behal­ten, als einen Mann, der auch in schwie­ri­gen Zei­ten posi­tiv agier­te und damit vie­len gehol­fen hat.