Mit Smileys für Sicherheit: Claus Ruhe-Madsen besuchte Timmendorfer Strand

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Frank Pahl (von links), Sven Radestock und Sven Partheil-Böhnke freuen sich über das von Minister Claus Ruhe Madsen überreichte Dialog-Display. Foto: Sieksmeyer

Geschwin­dig­keits­kon­trol­le auf die päd­ago­gisch sanf­te Tour: so kann man den fort­schritt­li­chen und viel­ver­spre­chen­den Weg zu mehr Sicher­heit auf den Stra­ßen zusam­men­fas­sen. Wie das funk­tio­nie­ren soll, das ver­mit­tel­te Schles­wig-Hol­steins Ver­kehrs­mi­nis­ter Claus Ruhe-Madsen am 2. Mai bei einem Besuch in Tim­men­dor­fer Strand.

Auto­fah­rer hal­ten sich in der Stadt eher an eine Begren­zung der Geschwin­dig­keit, wenn ein soge­nann­tes Dia­log-Dis­play sie mit einem freund­li­chen „Dan­ke“ belohnt oder einem dezen­ten „Lang­sam“ ermahnt. Digi­ta­le Anzei­gen der Geschwin­dig­keit redu­zie­ren das gefah­re­ne Tem­po deut­lich weni­ger. Das zei­gen ent­spre­chen­de Stu­di­en, und nun hat man in der Lan­des­re­gie­rung beschlos­sen, mit­hil­fe die­ser „Dia­lo­ge“ die Unfall­zah­len zu senken.

Gemein­sam mit der Lan­des­ver­kehrs­wacht Schles­wig-Hol­stein spen­dier­te das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um wei­te­ren 100 Kom­mu­nen, soge­nann­te Dia­log-Dis­plays. Direk­te und emo­tio­na­le Anspra­che der Auto­fah­ren­den sorgt laut Stu­di­en für eine ver­bes­ser­te Auf­merk­sam­keit und die nach­hal­ti­ge Redu­zie­rung der Geschwin­dig­keit. Zum Innen­le­ben der Gerä­te gehört eine Daten­bank, die eine genaue Doku­men­ta­ti­on des Ver­hal­tens der Ver­kehrs­teil­neh­men­den ermög­licht. Drei die­ser Gerä­te über­gab Ver­kehrs­mi­nis­ter Claus Ruhe-Madsen an die Bür­ger­meis­ter von Tim­men­dor­fer Strand, Kas­see­dorf und Eutin (Kreis Ost­hol­stein) mit den Wor­ten: „Ich hof­fe, dass ihr Ort damit noch ver­kehrs­si­che­rer wird“.

Die Geschwin­dig­keits-Mess­ta­feln wer­den zumeist in Orts­durch­fahr­ten an beson­de­ren Gefah­ren­stel­len vor Schu­len oder Alten­hei­men instal­liert. Über eine blin­ken­de Tem­po-Anzei­ge ver­bun­den mit lachen­den oder trau­ri­gen Smi­leys zei­gen die Dis­plays dann an, ob ein Auto kor­rekt oder zu schnell unter­wegs ist. Das Land hat seit 2021 gemein­sam mit der Ver­kehrs­wacht 200 Dia­log-Dis­plays an die Kom­mu­nen ver­teilt. Da sich deut­lich mehr Kom­mu­nen bewor­ben hat­ten, ent­schied am Ende das Los. Die letz­te Ver­lo­sung fand Ende 2023 statt. Ein ein­zel­nes Dia­log-Dis­play kos­tet rund 2.000 Euro.

Laut Ruhe-Madsen ver­folgt das Land gemein­sam mit der Ver­kehrs­wacht das Ziel, den Schutz von Ver­kehrs­teil­neh­men­den im inner­ört­li­chen Ver­kehr zu erhö­hen. Immer noch müs­se man pro Jahr rund 100 Unfall­to­te in Schles­wig-Hol­stein bekla­gen, dar­un­ter etwa die Hälf­te im inner­ört­li­chen Ver­kehr und auf Land­stra­ßen. Madsen: „Trotz posi­ti­ver Ent­wick­lung der Unfall­sta­tis­tik heißt unse­re Stra­te­gie ‚Visi­on Zero‘: Wir wol­len die Zahl der Ver­kehrs­to­ten auf null drücken.“

Wie wich­tig dazu die Ein­hal­tung der vor­ge­schrie­be­nen Geschwin­dig­kei­ten ist, zeigt fol­gen­des Rechen­bei­spiel: Die Gefahr, dass ein Fuß­gän­ger im Fal­le eine Kol­li­si­on mit einem Kfz bei 30 km/h getö­tet wird, liegt sta­tis­tisch bei 18 Pro­zent. Sie ver­dop­pelt sich bei einer Erhö­hung um 10 km/h nahe­zu und ver­vier­facht sich bei 50 km/h. Bei Ein­satz des Dia­log-Dis­plays wur­den deut­li­che und anhal­ten­de Verhaltens­änderungen bei den Kraft­fah­rern beob­ach­tet. Je nach Ein­satz­ort ver­rin­ger­te sich in der Unter­su­chungs­pha­se die Durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit um 1,8 bis 6 km/h.

Jan Nel­lies von der Poli­zei­sta­ti­on Tim­men­dor­fer Strand (von links), Dia­log-Dis­play-Lie­fe­rant Jür­gen Traud, Roland Hamann von der Kreis­ver­kehrs­wacht Ost­hol­stein Süd und Eli­sa­beth Pier von der Lan­des­ver­kehrs­wacht freu­en sich gemein­sam mit Minis­ter Claus Ruhe Madsen, dem Tim­men­dor­fer Bür­ger­meis­ter Sven Par­t­heil-Böhn­ke, Frank Pahl, dem zwei­ten stell­ver­tre­ten­den Bür­ger­meis­ter von Kas­see­dorf und Sven Rade­stock, dem Bür­ger­meis­ter von Eutin über die Dia­log Dis­plays für die Gemein­den Eutin, Kas­see­dorf und Tim­men­dor­fer Strand. Foto: Sieksmeyer